Willkommen im Paradies!

9:30 Uhr, Durban! Es fällt mir nicht leicht meinen Blick auf den Bildschirm zu richten, da immer wieder die Aussicht aus dem Panorama Fenster auf das Meer lockt. Vom 14.Stock des Hotels wirklich nett.


Auch ist es der erste Morgen an dem ich im vollen Besitz meiner Kräfte bin. Die letzten zwei Tage waren hart. Donnerstag flogen wir, mit viel Vorfreude im Gepäck, endlich zur Weltmeisterschaft nach Südafrika. Von Hamburg nach Durban, mit mehrstündigem Aufenthalt in Dubai. Das Gefühl des Neides beim lesen des letzten Satzes kann ruhig wieder verschwinden. Abgesehen vom Flughafen sahen wir nichts von der größten Stadt der Arabischen Emirate. Schlaftrunken suchten wir uns ein Plätzchen und Luis packte sein Schachbrett aus … Ich konnte den zukünftigen Weltmeister mit 5:1 in die Schranken weisen und mir damit die Autorität für die nächsten Tage sichern 🙂

mit Emirates sicher ans Ziel

Am Freitag gegen 18 Uhr landeten wir in Durban und ein Shuttle brachte uns zum Hotel. Die Qualität lässt sich mit „Ok“ ganz gut beschreiben.  Nichts außergewöhnliches aber alles da was man braucht. Luis und Papa Ulrich fielen ins Bett und ich gönnte mir noch ein Schlummergetränk in der gegenüberliegenden Disco. Gestern wurde es dann ernst. Nach dem ausgiebigen Frühstück, welches keine Wünsche offen lässt, traf sich die Deutsche Delegation zur Besprechung.

man kann also den ganzen Tag essen…

Leiter Bernd Vökler berichtete vom Technical Meeting und klärte alle offenen Fragen. „Wie verständige ich mich mit meinem Gegner?“, „Wie reklamiere ich eine dreifache Stellungswiederholung?“ “ Warum liegen schon 11 Partieformulare am Brett?“ um nur ein paar zu nennen. Trainern und Begleitpersonen ist es nicht gestattet den Spielsaal während der Runde zu betreten. Um möglichen Betrug zu verhindern und für Ruhe zu sorgen – vielleicht ganz gut so.

Spieler dürfen rein, Trainer bleiben draußen!

Über die Eröffnungsfeier gibt es eigentlich nicht viel zu berichten. Die üblichen Reden von Funktionären und eine traditionelle Tanzgruppe. Gänsehautstimmung kam dann beim abspielen der Südafrikanischen Nationalhymne auf. Kinder aus über 90 Nationen erhoben sich von ihrem Brett und das „Südafrika Feeling“ erwischte wirklich jeden.

Gänsehaut!

Für eine direkte Abkühlung sorgte dann allerdings die darauf folgende Fide Hymne. Ich hatte beim Lauschen dieser Klänge irgendwie nur noch das Wort „Korruption“ im Kopf…

16 Uhr fiel dann endlich der Startschuss zur 1. Runde. Luis, mit der Setzlistennummer 24 ausgestattet, traf mit Weiß auf den Griechen Iasonas Kafetzis (ELO 1280).

Der Spielstil seines Gegners glich der Griechischen Wirtschaftslage. Erst konnte Luis das Läuferpaar sein Eigen nennen, dann einen Bauern gewinnen und schließlich mit seinen Figuren so eine dominante Stellung erreichen, dass Kaftetzis keine Lust mehr hatte den Trümmerhaufen zu verteidigen und aufgab. Ein guter Auftakt!

abgekämpft aber mit dem ersten Sieg!

Am Abend wollten wir den verlorenen Schlaf der letzten Tage nachholen. Selbst bei geschlossenem Fenster hörten wir allerdings Fangesänge und die fast schon in Vergessenheit geratenen Vuvuzelas. Das Derby zwischen den Kaizer Chiefs und den Pirates verfolgten wir dann allerdings nur im Fernsehen, auch wenn die Party am Strand wirklich sehr einladend wirkte 🙂

Seit 10 Uhr läuft die zweite Runde und Luis trifft auf Abyl Kizatbay. Woher könnte der Spieler wohl kommen? Na klar, aus Norwegen!

Da heute eine Doppelrunde (Runde 3: 17 Uhr) stattfindet wird es wohl stressig. Drückt also die Daumen, dass zum einen Luis mit möglichst vielen Punkten den Tag übersteht und zum anderen mir, jetzt nicht auf dem Weg zum Spielsaal überfallen zu werden.

Das Internationale Kongresszentrum Durban dient als Spielsaal

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