Theorieduelle in Griechenland

Luis steht bei soliden 5 aus 8. Es war wohl deutlich mehr drin. In Runde 7 wollten wir den Kasachen Ramazan Zhalmakhanov mit dem offenen Sizilianer (statt 3.Lb5) überraschen. Beide Spieler blitzten die Züge der Sweschnikov – Variante wie Kanonensalven aufs Brett. Luis kennt sich in den entstehenden Stellungen mit den jeweiligen Plänen sehr gut aus. Leider verwechselte er einen Zug, auf den Schwarz nicht g6 spielen musste, sondern sofort zu f5 greifen konnte.

ta2

Luis spielte hier Ta2? statt der Ihm eigentlich bekannten Idee: Sce3 – h4 – Ta2 – g3 – f4 – Tah2 und Attacke!

Dies ist besonders bitter, da er in der eigentlichen Zugfolge einen sehr starken Angriff entfalten kann, wonach Schwarz vor Problemen gestanden hätte. So stand er leider schon eher schlechter. Zhalmakhanov willigte trotzdem in eine Zugwiederholung ein, der Luis unter keinen vernünftigen Umständen ausweichen konnte.

remis

Sc4 – Tb5 – Se3 – Tb8 und Hände schütteln

Engel – Zhalmakhanov

Caissa lächelte Luis bei der Auslosung mit einer weiteren Weißpartie zu. Der Russe Daniil Golikov (2317) riss im bisherigen Turnierverlauf noch keine Bäume aus. Voller Elan machten wir uns an die Vorbereitung. Den Abend und den Vormittag verbrachten wir mit Theorie pauken. Wie knackt man die Französische Verteidigung? Die Spannung unmittelbar vor der Partie war förmlich greifbar. Wird tatsächlich die Vorbereitung aufs Brett kommen? Mit einem Sieg könnte Luis in den Top Ten noch einmal ordentlich mitmischen. Um es vorweg zu nehmen: die Hälfte klappte!
Ich bekam innerliche Freudensprünge als Luis bis 22.Taxc1 jeden Zug a Tempo dem Gegner servierte. Dann griff Golikov auch schon mit Dc6? fehl.

Dc6

Luis fand das starke Te4! und stand praktisch mit dem ersten eigenen Zug objektiv auf Gewinn. Besser kann eine Partie eigentlich nicht laufen. Leider sammelt man den Punkt erst mit dem unterzeichnen des Partieformulars endgültig ein. Golikov verteidigte sich zäh und es entstand eine Stellung in der klar war das Luis objektiv auf Gewinn steht, jedoch durch die beiden offenen Könige und gefährliche Freibauern die Verwertung kein Kinderspiel wird. Anerkennen muss man die starke Verteidigungsleistung des Russen verbunden mit dem Studienartigen Finish:

dd2

Auch die weiße Mehrdame hilft leider nicht

Nun gilt es die Wunden zu lecken und in den letzten drei Runden noch einmal Vollgas zu geben. Daumen drücken sollten die Fans (neben Luis) auf jeden Fall auch Ashot Parvanyan. Er konnte in der U18 einen starken Großmeister schlagen und liegt mit bärenstarken 6/8 fantastisch im Rennen. Weiter so „A – shot“!

fussball

Die Raute im Herzen: Luis hält auch in Krisenzeiten zum HSV 🙂

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