Luis und Jakob voll auf Kurs!

Bei dieser Jugendweltmeisterschaft ist so viel los, dass es für mich unmöglich ist jeden Tag zu berichten. Doch die Arbeit scheint sich bisher zu lohnen! Jakob steht zur Zeit bei sehr starken 5/9. Er konnte alle schwächeren Gegner relativ locker schlagen und in der 8. Runde gegen seinen ersten Titelträger remisieren. Als Belohnung gab es gestern die Nummer 1 der Setzliste. Leider NOCH eine Nummer zu groß.

Jakob scheint trotzdem ganz zufrieden zu sein 🙂

Auch Luis ist wieder voll auf Kurs! Nach 9 Runden ist er als einziger Deutscher noch immer ungeschlagen. Zum Glück hat er auch das Siegen wieder gelernt. Er hat nun 6 Punkte und sogar Anschluss zur Spitze.

Heute geht es wieder um die Wurst. Mit Schwarz geht es gegen den sehr starken FM Viachaslau Zarubitski. Natürlich eine schwere, wenn auch nicht unlösbare Aufgabe. Wir haben nicht nur die Eröffnungen umgestellt. Auch an die Eismaschine darf er erst am Abend:

Das Rahmenprogramm ist sehr ausfüllend. Am spielfreien Tag haben wir das Fußball – Turnier dominiert. Die Holländer und Schweizer blieben ohne Chance.

Team Germany

Am Strand ist es auch ganz nett:

Während der Runde lassen sich hier gestresste Eltern und Trainer die Sonne auf den Bauch scheinen.

Abends geht es dann meistens, wie es sich für einen 13 Jährigen gehört, in die Purplebar 🙂

Hoffen wir das Beide heute wieder stark aufspielen und die Punkte nach Deutschland gehen!

Douglas Costa, Schalke und die Angst vor der 0

Am Titel lässt sich erahnen, dass wir auch in Griechenland die Möglichkeit gefunden haben den DFB – Pokal zu verfolgen. Auch die Partien von Luis und Jakob lassen sich mit Vokabeln aus dem Fußball gut beschreiben. Vor allem auch eine Hilfe für alle Blogleser, die dem königlichen Spiel ansonsten nicht so nah stehen. Um es kurz zu machen: Die 3.Runde war eine absolute Bayern – Gala der beiden. Jakob spielte seinen Französischen Gegner schwindelig. Schottisch mit 5.Sf5 ist sicher nicht wasserfest, aber als Überraschung gut geeignet. Nach 15 Zügen war eigentlich schon alles vorbei und Jakob verwertete den Vorteil sicher. Luis, der einen etwas schweren Turnierstart erwischte, überrannte die schwarze Stellung wie ein Douglas Costa.

Durch eine Zugumstellung konnte er den Argentinier Lucas Coro in die Königsindische Verteidigung locken. Dort hatten wir vor der Partie eine Idee vom Chinesischen TOP Großmeister Li Chao aufgegriffen, um die Verteidigung zu knacken.

Der Plan ging auf und Luis konnte früh Material gewinnen. Seine Verwertung ähnelt der 2.Halbzeit des Bayern Spiels: kein Risiko und trotzdem sehenswert.

Dougl.. ähh Luis gegen Lucas Coro

Leider war gestern der Wurm drinn. Jakob zwar weiter in „Costa – Form“, allerdings nur vom Spieltempo.Eigentlich ohne Probleme nach der Eröffnung, knallte er die Züge auch im Mittelspiel aufs Brett. So übersah er eine Öffnung der Stellung, die seinem König in der Brettmitte nicht gut tat. Schade Schokolade.
Luis hatte mit dem Schalke Syndrom zu kämpfen. Eigentlich wieder den Gegner positionell nach belieben überspielt. Viele verlockende Möglichkeiten, aber irgendwie nicht den Sack zu gemacht. „Wer sie vorne nicht macht, bekommt sie hinten rein“. Von dieser Weisheit schien auch Luis zu wissen. Die letzte Chance den Gegner vor Probleme zu stellen barg auch ein gewisses Risiko vielleicht sogar noch zu verlieren. Er steuerte den sicheren Remishafen an. Eine Entscheidung mit der er im Nachhinein jedoch etwas haderte.

Das Schalke Syndrom 🙂

Zur Zeit läuft die 5. Runde. Ich sitze gespannt in der Hotellobby (im Zimmer funktioniert das Wlan sehr schleppend) und schlürfe am teuersten Cappuccino meines Lebens (5,50€). Morgen ist Ruhetag. Aus diesem Grund werden wir heute bei der „White – Party“ in der Hoteldisco aufschlagen 🙂

Zum Abschluss des heutigen Berichts ein Bild von einer Blitzpartie gegen Neu – IM Franz Bräuer. Im Hintergrund übrigens Nationalspielerin Elisabeth Pähtz bei der Vorbereitung mit Josephine Heinemann.

Luis und Jakob sind noch nicht aufgetaucht, also weiter das Beste hoffen und vielleicht noch einen Cappuccino!

Back to Business – Weltmeisterschaft in Griechenland gestartet!

Vom 24.10. bis 06.11. werden die neuen Schachweltmeister der Altersklassen U8 – U18 in Halkidiki ausgespielt. Die Deutsche Delegation besteht aus knapp 80 Personen und ist im 5 Sterne „Porto Carras Grand Resort“ untergebracht.

Das Hotel macht auf den ersten Blick einen guten Eindruck. Großzügige Zimmer, wohlschmeckendes Buffet, gemütliche Lobby und direkten Zugang zum Strand.

Standardzimmer

Ich trainiere in diesem Jahr neben Luis auch noch U10 Top – Talent Jakob Weihrauch vom Hamburger Schachklub. Da beide im vorderen Mittelfeld (um die 40) gesetzt sind, ist auch die Zielstellung gleich: Erfrischendes Schach ohne Angst und schauen wie viele Punkte am Ende herausspringen. Jakob hat mit 1,5/2 einen guten Start erwischt. In der ersten Runde konnte er dem deutlich schwächeren Gegner in der Eröffnung eine Figur abnehmen und verwertete den Vorteil solide. In der 2.Partie traf er auf die Nummer 3 der Setzliste – Isik Chan aus der Türkei. Die Vorbereitung gestaltete sich relativ einfach. Gegen den Najdorf spielt Chan ausschließlich 6.Lg5 worauf wir Sbd7 planten. Jakob konnte sich in der Partie gut an das erlernte erinnern und kam ohne Probleme aus der Eröffnung. In einer sehr unklaren Stellung fühlten sich beide unwohl – also Hände schütteln und halben Punkt eintüten!

Luis konnte noch keine Partie gewinnen, hat aber auch noch nicht verloren. Die Partien liefen relativ ähnlich. Beide Gegner wollten nicht unbedingt gewinnen und „mauerten“. Leider erfolgreich. Ohne große Fehler ist Schach eben Remis 🙂

Runde 1 gegen Harry Zhao aus Canada

Keine Partien vom Gegner, also besser Fußball spielen!

Heute treffen beide auf schlagbare Gegner und sind gut vorbereitet. Abschließen möchte ich den ersten Blogeintrag aus Griechenland mit der üblichen Bitte die Daumen zu drücken!

αντίο για τώρα!

Griechenland doch nicht pleite?